Frage: Was hat eine etabliertes System Software Haus dazu bewogen, in die Welt der Spiele Software einzusteigen, um Add-on zum Beispiel für Blitzkrieg zu programmieren?

Herr Brendel, der Autor unsere Kampagnen Add-on ist Berufssoldat und ein Blitzkrieg Fan. Er ist sehr um eine realistische Wiedergabe der historischen Ereignisse des 2. Weltkrieg bemüht. Das Echtzeitstrategiespiel Blitzkrieg eignet sich nach seiner Meinung, hervorragend dafür. Die Entwicklung von Blitzkrieg Add-on Kampagnen ist somit zur Zeit ein fester Bestandteil unseres Hauses geworden.

Frage: Was sind die wichtigsten Feature ihrer Add.on's?

Wir gehen bewusst einen anderen Weg, als die Entwickler von "Stalingrad“ oder "Mission Kursk“. Wir haben dabei weniger im Sinn, neue Dinge wie veränderte Sicht- und Schussweiten einzuführen, sondern die Simulation des Gefechtes im Sinne des ursprünglichen Blitzkrieg zu verbessern. Nur wo es sinnvoll und historisch richtig erscheint, haben wir Sicht- oder/und Schussweiten verändert. Die Besatzung eines SPW (Spähpanzerwagen) zum Beispiel, kann nun mal auf weitere Entfernung beobachten als die Besatzung eines Kampfpanzerwagen, weil sie mit besseren optischen Geräten ausgestattet ist. Kann aber mit der Waffenausstattung nicht weiter schießen. Panzerschreck- und Bazookaschützen sind durch ihre Panzerabwehrwaffen überlegener wie der allgemeine Infanterist, was sich auch in unseren Addon wiederspiegelt.

Frage: Nach welchen Gesichtspunkten legen Sie Story ihrer Kampagne an?

Unser Autor plant die Missionen jeder Kampagne nach militärischen taktischen Kenntnissen und historischer Überlieferung.

Beispiel:

Missionskarte Arnheim aus unserer Kampagne Schlachtfeld Europa, auch bekannt aus dem Film Brücke von Arnheim.

Wir verwenden die taktischen Zeichen der Wehrmacht, soweit uns bekannt.

Frage: Was verstehen Sie unter taktischen Gesichtspunkten und wie wenden Sie diese in ihren Add-on's an?

Beginnen wir mit der Truppeneinteilung. Meine taktischen Kenntnisse liegen meiner Ausbildung bei der Bundeswehr zu Gunde. Wobei sich die Truppeneinteilung der Wehrmacht und Bundeswehr oft gleichen. Fangen wir mit der Bemerkung an, das es nach vorne immer dünner wird. Das heißt, je näher man der Frontlinie oder Ausgangsstellungen kommt, je weniger Truppe ist vorhanden. Vorne sind nur Kampf- und Kampfunterstützungstruppen wie Panzer, Panzerjäger, Grenadiere, Fallschirmjäger,  Panzeraufklärer und Pioniere. In der Tiefe des Raumes befinden sich Artillerie, Versorger und Instandsetzer, Fernmelder usw.

Die kleinste Einheit der Kampf- und Kampfunterstützungstruppe ist der Zug. In Zahlen sind das bei Grenadieren, Pionieren usw. ca. 32 Soldaten die in der Verteidigung im Gelände eine Frontlinie von ca. 150 m bilden (Schützenmulden/löcher, Kampfstände oder Schützengräben). In Blitzkrieg ist die kleinste darstellbare Einheit die Gruppe (10 Soldaten). Drei dieser Gruppen ergeben einen Zug. Vergleichen Sie maßstäblich die Größe der Häuser in Blitzkrieg (Breite/Länge ca. 20 - 35 m) auf der Missionskarte mit der Frontlinie eines Zuges, Kompanie oder Bataillon, wissen Sie welche Anzahl von Truppen auf einer Missionskarte in Frontlinie realistisch dargestellt, untergebracht sein dürfen. Hinzu müsste man den Raum für Auflockerung und Tarnung addieren.

Zur Vervollständigung soll die Frontbreite einer Kompanie (3 Züge, ca. 500 m), eines Bataillon (3 Kampfkompanien, ca. 1,5 km) und einer Brigade (3 Kampfbataillone, ca. 5 km) erwähnt werden.

Die Anzahl der Kampfpanzer und gepanzerten Verbände bei der Wehrmacht und den Alliierten sowie Sowjets sind bekannt.  Auch hier gilt unser Grundsatz der realistischen Truppenstärke. Ein deutsches Panzerbataillon verfügte über drei Kampfkompanien zu jeweils drei Zügen. Standardgliederung der Wehrmacht waren vier bis fünf Kampfpanzer pro Zug. Diese Panzer waren in der Regel selten vorhanden, weil Ausfälle durch Totalverlust oder Reparaturarbeiten zu verzeichnen waren. Die Gliederung der Alliierten war ähnlich, nur bei den Sowjets waren die Verbände schwächer ausgelegt und können nicht direkt mit den Deutschen verglichen werden.

Wie schon erwähnt, können wir uns zu einer Erweiterung der Schussweiten nicht durchringen. Wir finden das die Macher von Blitzkrieg eigentlich fast alles richtig gemacht haben. Die Handfeuerwaffen der Infanterie, wie Karabiner, haben eine wirksame Kampfentfernung von ca. 250 m, wobei die günstigste Kampfentfernung 150 m beträgt. Das Maschinengewehr auf Zweibein wirkt bis zu 400 m, auf Feldlafette bis 1200 m. vorausgesetzt, der Schütze hat die entsprechende freie Sicht auf sein Ziel. Machen Sie mal im Wald oder Kuselgelände im Liegen, hinter einer Deckung oder im Schützengraben Zielübungen, dann sehen Sie, wie weit Sie mit einer Waffe wirken können. Nicht sehr weit! Das gleiche gilt für Panzerabwehrkanonen die zwar weit schießen können, aber auch nur eine dem Gelände angepasste Kampfentfernung nutzen können. Kommandanten von Kampfpanzern haben bei geöffneter Luke eine gute Übersicht und Kampfpanzer eine große Kampfentfernung von 2,5 km und mehr. Im Gefecht sind die Luken der Panzer geschlossen (erhöht die Überlebensdauer ungemein) und der Kommandant schaut durch die Winkelspiegel um den Feuerkampf mit seinem Panzer zu führen. Haben Sie schon einmal in einem Panzer durch die Winkelspiegel geschaut? Ich schon! Vorbei ist es mit der Übersicht und ein toter Raum von etwa 50 m um den Panzer herum macht den Panzer durch Nahkampfmittel verwundbar. Das geht teilweise soweit, das begleitende Infanterie den Panzerbesatzungen die Ziele ansagt. Von daher ist es einem Panzer, realistisch gesehen, nur in den seltensten Fällen möglich über die ganze Missionskarte zu ballern.

Der Einsatz der Artillerie, mit Ausnahme der Granatwerfer, ist in Blitzkrieg nicht zufriedenstellend gelöst worden. Aber bei Reichweiten der Artilleriegeschütze und Haubitzen von 12 km und mehr, mussten in Blitzkrieg zum Realismus wohl ein Kompromiss geschlossen werden, wenn man die Artillerie auf der Missionskarte haben will, den normal befinden sich Artilleriestellungen in der Tiefe des Raumes (in anderen Strategiespielen steht die Artillerie auf der Karte nicht zur Verfügung). Mal abgesehen vom gelenkten Feuer der vorgeschobenen Artilleriebeobachter oder Luftaufklärung, kann mit der Artillerie nur Planfeuer nach einem Feuerplan, der mit dem Minensperrplan der Pioniere abgestimmt ist, geschossen werden. Das geht in einem Spiel nicht und somit kann man mit dem Artillerieeinsatz in Blitzkrieg ganz gut leben.

Wir wissen auch bei allem gewünschten Realismus, verstoßen wir bei unseren Missionen trotz besseren Wissen, manchmal gegen taktische Grundsätze. Aber auch wir wollen unseren Spielern Spaß, Spannung und Aktion bieten! Es muss nur im gewissen Rahmen bleiben und nicht ganze Divisionen und Brigaden in einer einzigen Mission verheizt werden. Unsere Missionen sind alle lösbar, wenn der Spieler ein bisschen mit Strategie und Taktik vorgeht. Es heißt nicht umsonst, das Blitzkrieg ein Echtzeitstrategiespiel ist und in einem Addon für Blitzkrieg auch bleiben soll.

Frage: Warum haben Sie in diesem Jahr das beliebte Add-on "Burning Earth" vom Markt genommen?

Unsere Kampagne Add-on "Desert Fox","Beyond Overlord" und "Burning Earth" sind 2005 entwickelt worden und somit in unserem Sinne veraltet. 

Frage: Warum finden wir die Kampagne Add-on's von Brendel Software-Systeme nicht in den Regalen der Fachhändler?

Wir sind ein unanhängiges Software-Unternehmen und wollen es auch bleiben. Auch wenn sich für unsere Produkte ein Publisher interessieren würde, müssten wir als erst mit einer Demo-Version Überzeugungsarbeit leisten und große finanzielle Mittel investieren. Des weiteren müssten Abstimmungen mit dem Publisher getätigt werden, die uns einschränken würden. Wir aber wollen unsere Ideen so umsetzen, wie wir das für Richtig halten. Somit veröffentlichen wir unsere Produkte in unseren Online-Shop's und eBay-Shop.

Frage: Ihre Kampagne Add-on werden manchmal mit zu geringem Schwierigkeitsgrad eingestuft. Warum nehmen Sie keine Änderung vor?

Unsere Produkte wenden sich an die breite Masse der Blitzkrieg Spieler, die Blitzkrieg mit unterschiedlichem Level spielen. Darauf müssen und wollen wir Rücksicht nehmen. Unsere Kunden belohnen unsere Haltung, indem sie nicht nur ein Spiel, sondern alle unsere Spiele von uns kaufen.

Frage: Wie halten Sie es mit der Deutschen Blitzkrieg Community?

Na ja, hier wird meine Antwort etwas länger ausfallen. Die sogenannte deutsche Blitzkrieg Community hat meinem Unternehmen seit 2005 runter gemacht und das läuft heute noch so. Vielleicht weil wir unseren eigenen Weg bei der Entwicklung von Add-On's gehen und nicht auf Forderungen dieser ehrenwerten Gemeinschaft eingehen. Ich erwähnte es bereits. Wir entwickeln marktorientiert und nicht nach den Wünschen einiger weniger selbst ernannten Veteranen. Andere Unternehmen haben das anders gesehen und sind im Laufe der Jahre in der Versenkung verschwunden.

Es kommt noch dazu, das 99,5% der Community keine Kunden von uns sind und somit über unsere Spiele nicht urteilen können. Sei es denn, die Spiele sind nicht legal auf den Computern gelandet. Zwischenfrage: Wir haben da mal hereingeschaut und gesehen das mache Beiträge für Sie doch geschäftsschädigend sein müssen? Nein, am Umsatz haben wir bisher nichts bemerkt. Im Internet ist es ja große Mode nicht mit seinem Namen für Beiträge gerade zu stehen, sonder ein Pseudonym zu verwenden. Bringen wir den wahren Namen in Erfahrung, was uns ab und zu gelingt, lösen wir, wenn es eine Kunde von uns ist,  einseitig die Geschäftsbeziehung.

Frage: Wie lange können wir noch mit neuen Kampagne Add-on's aus ihrem Haus rechnen?

Diese Frage kann nur aus kaufmännisch Sicht beantwortet werden. Solange wir vernünftige Verkaufszahlen zu verzeichnen haben, bleiben wir am Markt und entwickeln weitere Addon für Blitzkrieg.

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